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17. Mai 2004
Vom Reiz der Elba-Idylle
Ulrike Riemer-Preis stellt im BKG-Studio im Haus der Jugend aus
Sie könnte, so könnte man das sagen, aus der Teppichbranche. Ulrike-Riemer Preis studierte 1964 bis '68 an der Wuppertaler Werkkunstschule bei Rudolf Schoofs und entwarf hernach Muster für flauschige Bodenbeläge. Der Designerjob reizt sie heute nicht mehr, sie hat fast nur noch Augen für ihre "Terra Amata", das geliebte Elba, wo sie Urlaub für Urlaub verbringt. Die künstlerischen Ergebnisse ihrer Auseinandersetzungen mit dem Ferienziel sind zurzeit im Studio der Bergischen Kunstgenossenschaft zu sehen. Der enorme Zustrom bei der Vernissage sprengte fast die Räumlichkeiten. Zahlreich erschienen waren auch die Adepten des 1996 von Riemer-Preis gegründeten Malkreises.
Elba, die kleine Mittelmeerinsel auf der Napoleon 1814 zu zehnmonatiger Verbannung abgesetzt wurde, ist bekannt für Ihre Vielfalt an Gesteinen und Mineralien. Seefahrer fürchteten die reichen Erzlager, die der Kompassnadel übel mitspielten. Schon im 5. Jahrhundert vor Christus wurde auf Elba Eisenoxid abgebaut. Die so gewonnenen Pigmente zeichnen sich durch Leuchtkraft und Lichtechtheit aus. Auch Riemer-Preis ist von ihnen fasziniert und verwendet Eisenoxiderden in Ihren Inselansichten.
Der Kontrast von pflanzlichem Immergrün und mineralischen Rot, von seliger Ruhe und Quirliger Dynamik macht den Reiz der Eilandidylle aus. Riemer-Preis trägt die Bilder nach Hause und lässt erst dort Ihre Bilder ohne Skizzen und Vorstudien entstehen. Es sind Landschaften, eher noch Ahnungen von Landschaften in überwiegend warmen Farbtönen mit einigen Akzenten in Blau. Der Aquarelltechnik war die Künstlerin immer treu, von den Arbeiten mit Erde und Acryl auf Leinwand musste sich aus familiären Gründen vorübergehend zurückziehen. Erst Anfang der 90er Jahre hatte sie wieder Zeit für großformatige Werke. Die BKG präsentiert ausschließlich neuer Bilder ihres jüngsten Mitglieds.
Westdeutsche Zeitung, 10.05.2004